Wenn sich Fußballfans generell zwischen der Religion und den Ritualen ihres Lieblingssports Fußball entscheiden müssten, würden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr als die Hälfte ohne zu zögern für den Fußball entscheiden, weil er in vielerlei Hinsicht einfach mehr zu bieten hat. Und für viele ist Fußball tatsächlich schon längst zu so etwas wie einer Religion geworden. Einige würden in Apathie verfallen und sich nicht entscheiden können, da sie mit beiden gleichermaßen seit ihrer Kindheit geprägt wurden. Aber wie soll man sich auch entscheiden, wenn man beides liebt?

Zwei Früchte vom selben Baum

Die Gemeinschaft

Sowohl die Religion als auch der Fußball nähren sich vom Gemeinschaftsgefühl. Es gibt gemeinsame Rituale, die man auf der Spieler- und Fanseite zusammen mit anderen erlebt. Auch bei den Spielen ist das gemeinsame Erleben vordergründig. Man kann sich mit Gleichgesinnten austauschen, da man automatisch immer Diskussionsstoff und gemeinsame Themen hat.

Der Unterhaltungsfaktor

Hier ist der Fußball klar im Vorteil. Denn beim Fußball ist Abwechslung vorprogrammiert, was zwar keine Garantie für Erfolg, aber für Spannung im Vorfeld ist. Denn jedes Spiel ist immer wieder anders. Und zudem gibt es generell sehr hohe Chancen auf Überraschungen. In den Religionen hingegen sind die Rituale wesentlich festgefahrener und die Ausgänge zumindest auf der physischen Ebene immer gleich.

Einfache Identifikation

Die Spieler bieten schon rein äußerlich ein höheres Identifikationspotenzial. Auch die Sakralbauten des Fußball-Kults, also die Fußballstadien dieser Welt, sind nicht nur in technischer und funktionaler Hinsicht fortschrittlicher und moderner als herkömmliche Sakralbauten. Außerdem ist Fußball weniger auf Nostalgie ausgerichtet. Die übrigen Symbole, wie die Trophäen, der Ball selbst, die Wappenzeichen oder Kutten, sind grundsätzlich sehr positiv aufgeladen. Das Wichtigste ist der Spaß. Was den spielerischen Aspekt angeht, ist der Sport auch wieder im Vorteil, denn Religionen sind von Natur aus wesentlich ernster angelegt.

Der einzige Nachteil ist, dass es noch keinen Fußball-Gott gibt, zu dem man in der Hoffnung auf gutes Gelingen beten kann.